Sonntag, 27. April 2014

Unter Freundinnen (Teil 4)

Unter Freundinnen (Teil 4)
(längere kurze Geschichte 7 oder 8 Folgen)
Es war die beste aller Zeiten Toni jetzt zu besuchen. Judith hatte bei Alexa angerufen und ihr erzählt, was passiert war.
Michael war auf einer Konferenz in London, hatte von dort bei Toni angerufen und erzählt, seine Frau habe ihn angerufen, um ihm mitzuteilen, dass sie Bescheid wisse. Für ihn sei die Entscheidung gefallen, er würde nun zu Toni ziehen.
Tonis künstlich zerzauste Haare waren offenbar wirklich durcheinander, als sie die Tür öffnete.
„Toni, das ist ja schrecklich. Und nun?“, fragte Alexa. „Wie hat sie es herausgefunden?“ „Ist ein totales Durcheinander. Was soll ich machen. Er meint es ernst. Er fliegt am Freitag zurück und will sofort zu mir kommen“, sagte Toni. „Das ist doch toll, oder?“, fragte Judith. „Ja, wahrscheinlich.“ „Ich meine, du liebst ihn doch, oder?“, fragte Alexa. „Ja, nein, ich meine, ich denke schon, ja ja.“ „Er hat eine Entscheidung getroffen, er will dich, ist doch, was du wolltest“, sagte Judith. „Ich weiß nicht.“ „Unsinn, seit fünf Jahren sprichst du davon“, sagte Judith. „Du musst natürlich Platz machen. Diese Wohnung ist okay für eine Person, aber für zwei. Und dann sind da noch die Kinder“, sagte Alexa.
„Er bringt doch die Kinder nicht mit“, sagte Toni. „Aber sie werden ihn besuchen wollen. An den Wochenenden auch bleiben, und in den Ferien. Du wirst ihre Stiefmutter. Ich kenne sie übrigens, Michaels Frau“, sagte Alexa. „Du?“ „Hanne, sie ist eine Freundin von mir. Das wird schon. Mach dir keine Sorgen. Aber ich muss jetzt gehen, Richard wird sich fragen, wo ich bleibe.“ „Woher kennst du sie?“ „Vor einem Jahr im Fitnessstudio. Ich habe nicht geahnt, dass Michael die Affäre mit dir hat, sie kannte deinen Namen noch nicht.“ „Sie wusste von mir?“ „Sie wusste das von Anfang an. Ist doch besser, dass jetzt alles offen ist.“ „Was hat sie denn gesagt, dazu?“ „Ach, sie sagte, sie schenkt ihn dir. Einmal ein Betrüger, immer ein Betrüger. Aber was macht das schon, er liebt dich ja. Hat keine Folgen für eure Beziehung. Du bist doch nicht sauer auf mich. Ich wollte es dir immer erzählen, aber das macht jetzt sowieso nichts mehr, oder?“ „Ich denke, du bist in Eile“, sagte Judith.
Judith stellte sich stur und die Musik lauter, rutschte tiefer ins Sofa hinein. Auf keinen Fall wollte sie mit aufs Land hinaus fahren zum Haus von Alexa. Aber was sollte sie tun, denn Toni argumentierte mit Gefühlen und wer mit Gefühlen argumentierte, war nun mal im Recht. Toni sowieso. Michael war nicht gekommen, Michael würde auch nicht kommen.
„Michael kann zur Hölle fahren. Er ist nicht besser als der Rest. Hör zu, ich will raus aufs Land, ich brauche das, ich muss mich beschäftigen. Ich will nicht über den verfluchten Kerl nachdenken. Wenn Alex die große Gastgeberin spielen will, mir soll es recht sein. Hol deine Klamotten.“
„Ich will nicht gehen.“ „Judith, bitte!“, sagte Toni!
„Der Wind ist wirklich schlimm, ich kann das Auto kaum halten. Schau die Vögel.“ Krähen wurden vom Wind hin und her geworfen wie schwere schwarze Lappen. „Ich verstehe nicht, wie er seine Meinung so schnell gewechselt hat“, sagte Judith. „Weiß er wahrscheinlich selbst nicht, der Idiot, Idiot, Idiot“, sagte Toni. „Vielleicht ist seine Tochter wirklich krank.“ „Alexa hat mit ihr gesprochen, ist nicht krank, war nie krank.“ „Aber der Anruf vom Krankenhaus.“ „Hat er erfunden, um sich rauszuwinden. Alle freuen sich auf die Rückkehr von Papi an diesem Wochenende. Alexa sagte …“ „Alexa, Alexa, was ist aus Alex-Boy geworden?, fragte Judith. „Und bist immer mit ihr zusammen, Sauna, Shopping Trips, Alexa hier, Alexa da … Sei einfach nur vorsichtig.“ „Wovon redest du?“, fragte Toni. „Ich weiß nicht“, sagte Judith. „Ist was zwischen euch passiert? Judith schau mich an!“ „Bist du verrückt Toni, hol lieber die Karte raus.“ „Du täuschst mich nicht Judith. Du hast es mit jemand getrieben. Brauchst du gar nicht zu leugnen. Was ist dabei? Weißt du, was dein Fehler ist, du erwartest immer zu viel. Romantik, Blumen, Kerzenschein, den ganzen Krempel. Die hebende und belebende Wirkung des One-Night-Stands wird gröblich unterbewertet. Also wer war es? Doch nicht etwa der Geografietyp mit den dicken Gläsern.“ „Nein, mit niemand. Ist das die Ausfahrt?“ „Ja, pass auf, was ist los mit dir?“

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