Freitag, 25. April 2014

Unter Freundinnen (Teil 2)

Unter Freundinnen (Teil 2)
(längere kurze Geschichte 7 oder 8 Folgen)
Sie tranken auf die Freundschaft und die Zukunft. Zwanzig Jahre mit all den Unwahrscheinlichkeiten, die sie erlebt hatten, die drei Stunden hätten sich auch ohne Champagner aufgelöst wie Libellen aus Wasserfarbe im Regen. Immer wenn sie auf ihren Mann, auf Richard, zu sprechen kamen, wechselte Alexa das Thema.
Die freundliche Wirkung des Champagners half Toni, dass sie nicht verkrampfte, denn Judith war eine miserable Fahrerin, schon wenn sie in ausgeglichener Stimmung war, doch nach dem Treffen war sie auch noch aufgekratzt. Sie wollte reden, wollte mit Toni noch etwas trinken, wollte nicht allein sein.
„Lass dich nicht Bitten, auf ein Glas Wein bei mir“, sagte Judith. „Tut mir leid, Michael kommt rüber.“ „Heute Abend?“ „Seine Frau bringt die Kinder zu ihrer Schwester.“ „Du lässt mich also hängen?“ „Was würdest du wählen? Den Abend bei dir noch einmal durchzukauen oder Wein, Kerzenlicht und Sex mit Michael?“ „Okay, okay. Alexa sah nicht übel aus, ich kann nicht glauben, dass sie verheiratet ist“, sagte Judith. „Ich habe immer gedacht, sie wäre lesbisch. Vielleicht ist sie das gar nicht, sondern irgendeine Verrückte, die nur so tut“, sagte Toni.
„Sie ist es. Sie hat die Narbe am Hals. Erinnerst du dich? Sie fiel. Auf dem Schulhof. Frau Jakobi hat dich nachsitzen lassen“.
Lange konnte Alexa nicht einschlafen, nicht aus Freude über das Wiedersehen mit den Freundinnen aus der Kindheit. Es war gespenstisch, wie wenig sie sich verändert hatten, noch immer der etwas schrille, etwas zu laute Tonfall in Tonis Stimme. Die Haare damals wie heute kunstvoll zerzaust. Judiths Gesichtshälften waren noch etwas asymmetrischer, dabei nicht unattraktiv und noch ein etwas pummeliger war sie geworden. Und damals wie heute kauerte sie in Tonis großkotzigem Schatten. Sie waren von ihr beeindruckt, von der blöden Brille, der Bluse. War schockierend, was ein paar Accessoires bewirken konnten. Am Sonntag wollen sie in die Sauna, ich denke, ich werde sie überraschen, beschloss Alexa.
„Diese Handtücher.“ Toni tauchte ihr Gesicht in ein weißes Handtuch. „Ich könnte ein paar von diesen Handtüchern in meinem Bad gebrauchen.“ Als sie wieder aus der weißen Weichheit auftauchte, lächelte sie und stieß Judith ins eisige Wasser zurück. „Du Biest.“ „Stell dich nicht so an, komm raus, wir gehen wieder rein.“
Wenig später saßen sie wieder auf der Bank, eingehüllt in Dampf und wohliger Trägheit. „Pfff!“ „Was ist los mit dir“, fragte Toni. „Ist eine Sauna, Hitze ist da nicht ungewöhnlich.“ „War immer kalt bei Alexa im Haus, in ihrem Zimmer hatte sie einen Heizstrahler. Ihre Mutter wusste nichts davon. Und sie war so eigen mit ihren Puppen, ich durfte sie kaum anrühren“, sagte Judith. „Ich dachte immer Boys spielen nicht mit Puppen.“ Sie lachten.
„Judith, Toni, seid ihr das?“ Ein dunstiges Gespenst trat aus der Ecke, ließ die Nebelhülle fallen und war Alexa.
Fortsetzung folgt
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