Montag, 19. Mai 2014

Bei Verzweiflung Pulp Fiction


Und dann gibt es Tage, an denen du dir sagst, lass es sein. Es hat keinen Sinn.
Du gehörst zu den Tausenden, die mit ihren Romanen niemals eine passable Leserschar erreichen werden. Gib auf!

Und du versuchst dich daran zu erinnern, was du bei einem Psychologen gelernt hast. Aber auch das will dir nicht gelingen, weil du seine Einsichten vergessen hast.


Du weißt nicht mehr, welcher Gedanke stachliger ist, etwas gar nicht versucht zu haben oder etwas versucht zu haben, aber irgendwann dir eingestehen zu müssen, du bist gescheitert.


Was schmerzt auf die Dauer stärker? Ist es die Ungewissheit, wie es wohl gewesen wäre, wenn du dich an einen Roman gemacht hättest? Die Phantasie ist flott, Bilder des schönen Erfolgs zu malen. Aber da du nie angefangen hast, bleibt dir nur das ewige Bedauern.


Oder schmerzt es stärker einsehen zu müssen, das du dein Bestes gegeben hast, deine "Meisterwerke" von den tumben Zeitgenossen aber nicht als solche erkannt werden? Dass man als Autor gescheitert ist. Auch dann gibt es noch den Zweifel, ob man nicht genug getan hat, um ans Ziel zu kommen.


Was also ist schlimmer?


Morgen oder übermorgen werde ich mir eine Antwort geben.




Für den Augenblick hilft mir diese Rezension


Rezension von der Seite „ebooks-lesen“

Friedrich Wulf: Curry, Senf und Ketchup


Im Mittelpunkt des Krimis “Curry, Senf und Ketchup” von Friedrich Wulf steht Kommissar Max Berger. Er muss den Mord an einem Universitätsprofessor aufklären. Bald darauf ereignet sich ein zweiter Mord in der Skinhead-Szene. Erst später stellt sich heraus, dass diese Morde zusammenhängen und der Serienkiller es auf weitere Personen abgesehen hat. In tagebuchartigen Einschüben kommt der Mörder zu Wort und erzählt aus der Ich-Perspektive mehr über seine Motive.


Anfangs dachte ich, ich hätte es mit einem ganz normalen Krimi mit einem spannenden Plot zu tun. Schnell wurde ich aber von der etwas anderen Schreibe Friedrich Wulfs überrascht. Inmitten der sauber redigierten Geschichte dominieren groteske und absurde Gedankengänge und Abschweifungen der Protagonisten. Das und die an Pulp Fiction erinnernden Dialoge machen den Krimi zu einem ganz besonderen Lesegenuss.


Curry, Senf und Ketchup ist im Kindle-Shop von Amazon erhältlich und kostet 0,99 Cent. Das eBook umfasst 6591 Positionen. Das entspricht einem Umfang von mehr als 350 gedruckten Seiten. Für wenig Geld erhält der Leser hier einen sehr umfangreichen Krimi der etwas anderen Art.


Curry, Senf und Ketchup bei Amazon


Curry, Senf und Ketchup bei Thalia





Donnerstag, 15. Mai 2014

Zwischendurch gezwitschert 2





Krimi: Curry, Senf und Ketchup
Aktion: 99 Cent statt 3,99 €
Buchempfehlung: http://goo.gl/1eWDtf


Amazon: http://goo.gl/JTnvb

und bei allen kleinen und großen Anbietern
(ThaliaWeltbildKobo, Apple, buch.deebook.debol.debuecher.de etc.)

Schätze, es wird Zeit, dass ich mir eine falsche Identität zulege, in der ich 70 bin, damit jeder denkt, für sein Alter…

Die Leute sind so rücksichtslos. Könntet ihr wohl mit dem Hupen aufhören, bis ich dies geschrieben habe?

Geschafft! Meine Pflanzen haben endlich ihre Erwartungen in den Griff bekommen.

Amazon wird immer schneller. DHL schellt, der Typ reicht mir das Paket und sagt: “Sie wollten das gerade bestellen.”

Seit zwei Tagen Ferien und schon habe ich vergessen, wie Schuhe funktionieren.

Habe den ganzen Morgen über Aufgaben aufgeschoben, seit Stunden also extremes Multitasking, damit habe ich mir doch wohl ein Nickerchen verdient.

Tschuldigung, war zwei Stunden zu spät bei der Konferenz. Falscher Ehrgeiz, wollte Eingeschweißtes ohne Werkzeug öffnen, morgen Termin beim Zahnarzt.

Mittwoch, 14. Mai 2014

Zwischendurch gezwitschert 1



Leute, die nicht in Glashäusern wohnen, haben es besser. Sie können im Haus mit Steinen werfen, so viel sie wollen.
Verlasse das Haus heute nicht, aber ich schaue mir ein Fußballspiel an, das draußen stattfindet. Vertraue der Kraft der kleinen Schritte.
Erschreckend! Habe heute zum ersten Mal auf ein Bild im Spiegel getippt, um es zu vergrößern. Ob ich wohl Hilfe benötige?
Hilfe! Benötige Hilfe! Gehe mit Freunden zum Essen. Kann mein Smartphone nicht finden, worauf soll ich denn sonst starren?
Seit ich in einem Glashaus wohne, hasse ich die Krähenschwärme über dem Haus.
Habe mir für den Rest des Jahres fest vorgenommen, Ablenkungen zu reduzieren, damit ich mehr Zeit mit meinem Smartphone verbringen kann.
Die Welt zu verändern, ist mein langfristiges Ziel. Fange mit Wirbelstürmen an und habe beschlossen im Sommer auf möglichst viele Schmetterlinge zu treten.
Wer hätte gedacht, dass so etwas funktioniert?
Leseproben werden hier vorgestellt, jeweils die 99ste Seite eines Buches.

Seite99



Dienstag, 13. Mai 2014

Frozen Shoulder (eine Groteske)


Journal der amateurchirurgischen Gesellschaft 2/2014
Inhaltsverzeichnis
Brustverkleinerung per Strohhalmmethode
Die Nase im Wandel der Zeiten (ein Kaleidoskop)
Operative Desensibilisierung einer Frozen Shoulder
Ein erstaunlicher Erfolg wird aus Paderborn berichtet, wo ein Team von fünf Amateurchirurgen einen chronischen Fall von Frozen Shoulder geheilt hat. An der Spitze des Teams operierte der in der Szene wohlbekannte Amateurchirurg Holger Hobelmeier. Spektakulär seine Operation am entfernten Herzen. Die Fachleute erinnern sich.
Das Herz wurde bei der Gelegenheit aus dem Brustkorb gehoben, mit einem Hochdruckgebläse durchgepustet und von kalkigen Ablagerungen gereinigt. War anschließend wieder in der Lage, ohne Anstrengung und Pein zu pumpen, sozusagen.
Nachdem Aortabogen und Herzrohr von grüner, scharfkantiger Plaque gereinigt waren, konnte das Blut wieder frei fließen. Mithin konnte von einer extrem erfolgreichen Operation gesprochen werden.
Gut, es gab auch eine kleine Panne, die von Kleinlichkeitsfanatikern über die Maßen aufgebläht wurde.
Sicher, der Wiederanschluss des Herzens ans Kreislaufsystem wollte nicht gelingen, weil die Schlauchzwingen nicht dichthielten. Also stürzten sich einige Pedanten und Korinthenkacker auf die mutige Mannschaft um Hobelmeier.
„Ohne Fehler kein Fortschritt und ohne Fortschritt keine Fehler“, konterte Hobelmeier die kleinmütige Kritik seiner Kritiker. „Der gleiche Fehler wird uns nicht wieder passieren“. War das denn nicht lächerliche Kleinleute-Ideologie: Leben, Leben über alles?
Eine frische Operation des Fünferteams mit Hobelmann an der Spitze ist zu vermelden.
Diagnose: Frozen Shoulder
Die Operation
Vom bewehrten Experten für Vollnarkose, dem Tischler Albert Alberhans, wurde der Patient mit einem gezielten Holzhammerschlag gegen die linke Schläfe ins Koma versetzt. Alberhans betont gebetmühlenartig, dass es die linke Schläfe sein müsse, niemals die rechte. Nach dem Grund gefragt zuckt er mit der Schulter.
Zur Öffnung der Schulter wurde aus dem Küchenset (12-teilig, japanischer Sheffield-Stahl) das Filetiermesser gewählt. Ein Kreuzschnitt legte das Schultergelenk frei. Mit Schraubzwingen wurden die vier Hautlappen vom Gelenk geklappt
Ein Schälmesser durchschnitt die feineren Muskelstränge.
Letzte Gewebereste wurden mit einem Schaber vom Knochen entfernt. Der bloße Augenschein ließ keinerlei Verletzungen am blanken Knochen erkennen. Auch keine Kalkablagerungen im Gewebe. Nach einer längeren Beratung beschloss das Team also, die Sehne (Ligamentum coracoacrominale) zu durchtrennen.
Sie wollten sehen, ob zwischen den aufeinanderstoßenden Knochen arthritische Veränderungen augenfällig waren. Zur Behebung der Beschwerden sollten dann zu einer dicken Gelatine aufgelöste Gummibärchen zwischen die Gelenke geschmiert werden.
Nach der geglückten Trennung des Oberarms aus der Schulter und dem Abschmirgeln von rauen Stoßflächen, dem Einschmieren mit Goldbärchengelatine gab es eine Pannchen. Die Sehnenenden (Ligamentum coracoacrominale) waren nicht mehr lang genug, um wieder zusammengenäht werden zu können. Das gewachste Nähgarn war schon durchs Öhr gefädelt, doch Hobelmann musste feststellen, dass sich die Sehnenenden zurückgezogen hatten und es unmöglich war, sie so lang zu ziehen, dass sie wieder verbunden werden konnten.
Aber das Garn war nicht umsonst eingefädelt, sondern mit Nadel und Faden nähte die Assistentin Irmgarn Zwirn (Änderungsschneiderei Zwirn & Zulang) über dem Oberarmstumpf die Hautfetzen zusammen.
Der Patient bedient seinen Computer inzwischen durch Spracheingabe und der linke Arm hat einen Ehrenplatz gefunden, steht in einem hohen Glas mit Alkohol in einer Vitrine neben einer Flasche Absinth.
Gewinnspiel: Kindle Fire Tablet
endet um Mitternacht

Krimi: Curry, Senf und Ketchup
Aktion: 99 Cent statt 3,99 €
Buchvorstellung bei ebook-sonar mit Leseprobe
http://goo.gl/lPjw9O
auch bei allen anderen Anbietern von epub-E-Books
(Thalia.de, Weltbild.de, Kobo.de, Apple, buch.de, ebook.de, bol.de, etc.)

Sonntag, 11. Mai 2014

Augenblick verweile, du bist so schön!


Gastblog von Friedrich Nietzsche
Betrachte die Herde, die an dir vorüberweidet: sie weiß nicht, was Gestern, was Heute ist, springt umher, frißt, ruht, verdaut, springt wieder, und so vom Morgen bis zur Nacht und von Tage zu Tage, kurz angebunden mit ihrer Lust und Unlust, nämlich an den Pflock des Augenblicks, und deshalb weder schwermütig noch überdrüssig.
Dies zu sehen geht dem Menschen hart ein, weil er seines Menschentums sich vor dem Tiere brüstet und doch nach seinem Glücke eifersüchtig hinblickt — denn das will er allein, gleich dem Tiere weder überdrüssig noch unter Schmerzen leben, und will es doch vergebens, weil er es nicht will wie das Tier. Der Mensch fragt wohl einmal das Tier: warum redest du mir nicht von deinem Glücke und siehst mich nur an? Das Tier will auch antworten und sagen: das kommt daher, daß ich immer gleich vergesse, was ich sagen wollte — da vergaß es aber auch schon diese Antwort und schwieg: so daß der Mensch sich darob verwunderte.
Es wunderte sich aber auch über sich selbst, das Vergessen nicht lernen zu können und immerfort am Vergangenen zu hängen: mag er noch so weit, noch so schnell laufen, die Kette läuft mit. Es ist ein Wunder: der Augenblick, im Husch da, im Husch vorüber, vorher ein Nichts, nachher ein Nichts, kommt doch noch als Gespenst wieder und stört die Ruhe eines späteren Augenblicks. Fortwährend löst sich ein Blatt aus der Rolle der Zeit, fällt heraus, flattert fort — und flattert plötzlich wieder zurück, dem Menschen in den Schoß. (Friedrich Nietzsche)
Gewonnen!
Augenblick verweile, du bist so schön!

Samstag, 10. Mai 2014

Schmunzeln, vielleicht sogar Lachen garantiert


Versprechen kann ich viel, ich weiß, aber es ist ja einfach, die Probe zu machen. Lesen Sie doch die Leseprobe, um meine Behauptung zu überprüfen.
Wenn es stimmt, dass man schmunzeln muss beim Lesen des Auszugs, dann ist es auch erlaubt, das zuzugeben und zu kommentieren.
Freue mich auf Kommentare.

Leseprobe: Curry, Senf und Ketchup
Zur Besprechung mit Liedvogel federte Robert den Korridor hinunter, als käme er gerade aus einem Seminar über die glückbringende Wirkung von Mimik und Bewegung. Und was verriet sein Gesicht mit der messerscharfen Nase? Grinse außen, dann grinst du auch innen. Seminarziel erreicht!
Die Faust von Liedvogel reichte bis in Roberts Eingeweide. Sein Magen eine zusammengepresste Blechdose. Alle verwünschten Liedvogel, aber alle hingen auch an seinen Lippen und lechzten nach seinem Lob und nichts weniger als das erwartete Zimmermann für seinen Aufsatz.
Ganz außerordentliche Ergebnisse hatte er zutage gefördert. Sah sich schon in der „Kulturzeit“, hörte die einführenden Worte von Zobel: „Eben erschien in Paderborn eine sensationelle Untersuchung. Zu Gast heute Abend im Studio der Medienwissenschaftler Robert Zimmermann. Bevor wir über Einzelheiten sprechen, möchte ich Sie bitten, die Ergebnisse Ihrer Studie kurz vorzutragen. Schon der Titel ist ein Knaller.“
„Ja gern, Herr Zobel. Mein Aufsatz heißt: Das Fernsehen als lebensförderndes Palliativum für Senioren.“
„Sehr schön, ganz famos, sensationell!“, sagte Zobel.
Vor der Tür zum Liedvogelschen Büro zögerte Robert einen Wimpernschlag lang und seine Haare gaben preis, welche Unwetter sich in seiner Kuppel entluden. Sie standen zu Berge und flirrten wie Kolibriflügel. Doch, doch der Aufsatz war ein kolossaler Wurf! Die Sprache kernig und männlich wie bei Schopenhauer. Und dann erst die Ergebnisse, so überraschend wie neu; der Durchbruch war da! Gedanken wie Axthiebe! Sein Anklopfen entsprach dem anschwellenden Sturm in seinem Hirn.
„Zimmermann, na endlich!“ Liedvogel blickte auf seine Uhr. „Wegen der zehn Minuten brauchen Sie die Tür nicht gleich einzuhämmern. Hier Zimmermann!“
Liedvogel warf ihm einen Aufsatz zu. „Mist! Überarbeiten!“ Zimmermanns käsiges und hagerknochiges Gesicht verfärbte sich, wurde nicht gerade puterrot, aber immerhin bekamen seine Wangen etwas Rosiges.
„Wie bitte?“
„Setzen Sie sich mit Nieljung zusammen, so geht das nicht. Er lieferte schon gestern und ist uneinsichtig, sieht nicht, welche Plattitüden er da aneinanderreiht. Und die Sprache, sie müssen da mit dem Hobel ran Zimmermann. Nieljung ist ein Schwachkopf. Selbst bei Orkan fällt der Apfel eben nicht weit vom Stamm. Ich habe ihn rausgeworfen. Aber das hier erledigen Sie noch zusammen mit ihm.“
„Nieljung rausgeworfen?“
„Wollen Sie ihn weiterhin mit durchziehen, Zimmermann?“
„Hat der Stamm schon angerufen?“
„Nein!“
„Macht er denn noch mit, nach dem Rauswurf. An dem Aufsatz meine ich?“
„Er glaubt noch nicht so richtig dran, machen Sie mal. Und nun zu ihren Geistesblitzen. Nachtarbeiter wie?“
An einem Dutzend Stellen pappten Zettel zwischen den Seiten seines Aufsatzes. Ein gutes Zeichen, ein bedrohliches Zeichen? Waren das die Stellen mit den kräftigen Thesen oder den noch kühneren Folgerungen?
„Setzen Sie sich. Kommen Sie her!“ So nah, so nah war Zimmermann unheimlich, und schon hatte er sich gestochen an der Liedvogelschen Au, Au, Aura.
Gemeinsam schauten sie in den Aufsatz. Pluszeichen hielten den Fragezeichen die Waage. Auf den ersten beiden Seiten.
„Zimmermann, das hier“, Liedvogel tippte auf unterschlängelte Stellen, „das ist gut, wirklich stark.“
Wie bitte? Zimmermanns Geist machte dicht. Was? Wie? Wo ist das Aber? Kommt kein Aber? Das sei gut, sei gar stark?
„Aber“, fuhr Liedvogel fort, „um Himmels willen, erfinden Sie eine authentische Quelle. Zum Beispiel eine Umfrage unter Senioren, nehmen Sie meinetwegen Ihre Großmutter, aber verweisen Sie doch nicht auf einen Roman als Belegmaterial für ihre Thesen.“
Eine Großmutter wollte Robert wohl erfinden, eine Kleinigkeit. Die Rettung aus der stachligen Aura trat ins Büro. Chrissi Hains überreichte Zimmermann eine Kopie seines Aufsatzes und so konnte er Reißaus nehmen aus der Liedvogelschen Stachelaura.
Liedvogel nahm den Seiteneingang zum Hörsaal, denn schon eine Viertelstunde vor dem Beginn der Vorlesung waren auch die Treppenstufen des Saals besetzt. „Durch die Katakomben“, wie er es nannte. Zimmermann hörte etwas anderes hindurch, Liedvogels Eitelkeit, seine Enttäuschung darüber keinen Auftritt zu haben, nicht die Treppe hinuntertänzeln zu können.
Chrissi und Robert warfen die Maschinerie in Gang. Robert fuhr die Leinwand hinunter, Chrissi legte die DVD ein, positionierte den Beamer und drehte am Objektiv, bis das Bild scharf war. Liedvogel war ein Liebhaber des Details, das Große und Grobe bekamen auch die Doofen mit, aufs Feine und Kleine kam es ihm an und auf den Subtext, besonders den Subtext und den ironischen Blick.
Und was wurde gegeben? Hier wurde nichts gegeben! Liedvogel hielt eine Vorlesung mit dem Titel: „Paradoxie und Selbstreferenz im modernen Film.“
Nach der ersten Szene, ein hysterisches Pärchen überfällt ein Restaurant, stoppte Chrissi den Computer und Liedvogel erklärte, was alle gesehen, aber im feinen Detail eben doch nicht gesehen hatten. Denn Studenten sahen nun mal nichts, dazu brauchten sie die Augen eines großen Gelehrten. Erst der setzte ihnen Augen ein. Und wer sähe mehr und tiefer als ein deutscher Denker?
Zimmermann sah allerdings kaum etwas, dazu war ihm viel zu warm, zu wohlig, so dämmersüchtig zumute, so zum Gähnen gemütlich!
Vier Schüsse reißen seinen Kopf hoch. Aus tiefem Traum erwacht, kann er noch gerade sein letztes Traumbild mit in den Hörsaal herüberzerren: Charles Bronson mit Mundharmonika. Doch kein Mundharmonikaspiel-mir-das-Lied-vom-Tod im Hörsaal. Es ist ruhig im Saal und auf den Stufen. Eine entsetzliche Stille! So still wie nach den vier Schüssen in seinem Traum. Das Bild läuft nicht mehr, Liedvogel spricht nicht mehr. Einer liegt vor der Leinwand.
Ein Pistolenschuss zurück! Zimmermann träumte noch von Cowboys im Staube von Arizona oder Utah und Chrissi, ihre Hand noch auf der Maus, wartete noch auf den Wink von Liedvogel, als ihr Harry auf die Schulter tippte. „Was machst du danach?“ „Gleich, gleich, sei still!“
Sie drehte sich wieder um und blickte zu Liedvogel hinunter. Er winkte und dann knallte es aus der erhobenen Hand und der Mann ging zur Seitentür hinaus, durch die sie vor einer halben Stunde gekommen waren. Aber es war nicht Liedvogel, der gewinkt hatte und nun hinausging. Liedvogel lag vor der Leinwand.
Krimi: Curry, Senf und Ketchup
Aktion: 99 Cent statt 3,99 €
Buchempfehlung: http://goo.gl/1eWDtf
neobooks: http://goo.gl/6FyCF4
auch bei allen anderen Anbietern von epub-E-Books
(ThaliaWeltbildKobo, Apple, buch.deebook.debol.de,  buecher.de etc.)

Freitag, 9. Mai 2014

Ideen gibt es  - willkürliche Seitenwahl!


Auch diese Idee gehört zu denen, auf die man erstmal kommen muss.
Was soll denn schon dabei herauskommen, wenn man aus einem Buch die Seite 99 wählt, um sie dem verehrten Publikum vorzustellen?
Kann denn eine willkürlich gewählte Seite Aufschluss geben über die Qualität eines Werkes?
Kann sie dem Leser einen Eindruck vermitteln, der ausreicht, damit der er entscheiden kann, sich das Buch genauer anzusehen.
Das waren so Fragen, ich mir gestellt habe.
Antwort: Ja, man kann durchaus einen Eindruck vom Buch gewinnen.
Also ich habe aus meinem Krimi „Curry, Senf und Ketchup“ die Seite 99 gewählt und nun kann sie auf der Seite99 gelesen werden.
hier: Seite99
Ja, die Seite hat durchaus etwas Repräsentatives für meinen Krimi. Wen die Seite anspricht, der sollte sich mal mein erstes Kapitel anschauen, das ich kürzlich im Blog vorgestellt habe.
Hier die Seite 99 aus „Curry, Senf und Ketchup“
Max und seinen Kollegen mangelte es nicht an möglichen Motiven für den Mord. Tausend Vermutungen, aber nichts Handfestes.
Je weniger man über das Leben des Opfers wusste, desto mehr war möglich. Und am Ende war es doch etwas anderes als vermutet. Als ob es darauf ankäme zu beweisen, dass auch Beamte Fantasie haben, spannen die Mitarbeiter von Max darauf los. Fritz rutschte auf seinem Stuhl herum, stand halb auf, ließ sich wieder zurücksacken, doch all sein Rucken und Zucken half nicht, er musste brav zuhören, bis er an der Reihe war.
„Der Eierkopf ist von einem Studenten gekillt worden, ich hatte auch mal einen Lehrer, schrieb sogar Romane, den hätte ich am liebsten…“, sagte August.
„Wie“, sagte Fritz zu August, „und ich dachte, Hilfsschullehrer wären patente Kerle.“
„Du Armleuchter, ich war auf einer Steiner-Schule.“
„Ach was, wie lange?“
„Sieben Jahre“, sagte August.
„Armer August, das wusste ich nicht, sieben Jahre Hirnwäsche. Das erklärt so mancherlei. Sollst kein böses Wort mehr von mir hören. Ich schätze, es war dieser Assistent, der Zimmermann“, fuhr Fritz fort. „Fühlt sich um seine Arbeit betrogen. Der Zimmermann hat Ideen und der Professor Auftritte mit den geklauten Einfällen. Vielleicht hat Zimmermann mal leise winselnd nachgefragt, wie es denn wäre, wenn er als Mitautor erschiene? Vielleicht hat Liedvogel zugesagt, aber wie das so ist, hatte er es schon vergessen, bevor Zimmermann sein Büro verließ. Oder hat Zimmermann ihm vielleicht sogar gedroht, ihn im Internet als Ideendieb an den Pranger zu stellen. Damit es die ganze Uni erführe. Na ja, und dann…“
„Unsinn“, sprang Frauke Fraukensteg dazwischen, „seine Frau konnte den gewalttätigen Kerl nicht mehr ertragen und ein Vertragskiller besorgte den Rest. Oder…“ Frauke Fraukenstegs Augen weiteten sich, wenn sie bestimmte Wörter aussprach. Nach welchen Regeln das geschah, hatte Max noch nicht herausfinden können. Auch bei ganz harmlosen Wörtern wie: kurzärmlig oder …